English: 14. June 2026

We are angry. Angry that inequality, discrimination and violence continue to shape our everyday lives. We live in a society where gender-based violence is not consistently fought, where wages are distributed unequally and where the care work we do is rendered invisible. Women, migrants, queer people and other marginalized groups are especially affected: they bear the consequences of a system that reproduces and deepens inequalities. A system that does not protect us, even though more femicides took place last year than ever before. This injustice is not accidental – it is part of a system built on the pillars of capitalism and patriarchy. A system that wants us to stay small and silent.

Our anger is directed at these structural injustices. At a world of work that exploits and devalues us. At political decisions that neglect necessary investments in education, care and healthcare. At the silence and indifference surrounding violence and discrimination. But we will not remain silent. We stand in solidarity with international feminist movements! We strike because we will no longer accept these conditions. We strike because things must change. But we will not bow down. We are taking the streets, the neighborhoods and the entire city, and we say: not with us!

Join the strike!
Come to the streets on June 14 and take part in the feminist strike.

Location: Petersplatz
Meeting point: around 1:00 pm
Speeches: around 1:30 pm
March begins: around 3:00 pm

Together we will make our demands visible! Together we fight for a future built on solidarity!

Our demands:

  • Consistent action against gender-based and sexualized violence
  • Recognition and fair pay for care work
  • Reduced working hours with full wage compensation
  • Expansion and public funding of childcare and care services
  • Equal pay for work of equal value
  • Strengthening social security and pensions for everyone
  • Femicides and incel attacks must be included in official statistics
  • Basel must establish a chair for gender medicine

Open to everyone who identifies with at least one of our demands.
Cis men can show solidarity by remaining in the background, taking over care work in their surroundings or come by to help at the stand at Petersplatz.

Authorized protest. More information will follow in the coming weeks!

Deutsch: 14. Juni 2026

Karte mit allen eingezeichneten Events:)

Wir sind wütend. Wütend darüber, dass Ungleichheit, Diskriminierung und Gewalt weiterhin unseren Alltag prägen. Wir leben in einer Gesellschaft, in der geschlechtsspezifische Gewalt nicht konsequent bekämpft wird, in der Löhne ungleich verteilt sind und die Care-Arbeit die wir leisten unsichtbar macht. Besonders betroffen sind Frauen, migrantische Personen, queere Menschen und andere benachteiligte Gruppen: Sie tragen die Folgen eines Systems, das Ungleichheiten fortschreibt und verstärkt. Ein System, dass uns nicht beschützt obwohl im letzten Jahr so viele Femizide stattgefunden haben wie noch nie. Diese Ungerechtigkeit ist kein Zufall – sie ist Teil eines Systems, dass auf den Pfeilern des Kapitalismus und dem Patriarchat steht. Ein System, dass uns klein und leise will. Unsere Wut richtet sich gegen diese strukturellen Ungerechtigkeiten. Gegen eine Arbeitswelt, die uns ausbeutet und entwertet. Gegen politische Entscheidungen, die notwendige Investitionen in Bildung, Betreuung und Pflege vernachlässigen. Gegen das Schweigen und Wegsehen bei Gewalt und Diskriminierung. Doch wir bleiben nicht still. Wir solidarisieren uns mit den internationalen feministischen Bewegungen! Wir streiken, weil wir diese Zustände nicht länger akzeptieren. Wir streiken, weil sich etwas ändern muss. Aber wir beugen uns nicht. Wir nehmen uns die Strassen, Quartiere und die ganze Stadt und sagen: so nicht mit uns!

Streik auch du!
Komm am 14. Juni auf die Strasse und beteilige dich am Feministischen Streik.

Ort: Petersplatz
Treffen: 13:00
Redebeiträge: 13:30
Abmarsch: 15:00

Gemeinsam machen wir unsere Forderungen sichtbar! Gemeinsam kämpfen wir für eine solidarische Zukunft!

Unsere Forderungen:

  • Konsequente Bekämpfung von geschlechtsspezifischer und sexualisierter Gewalt
  • Anerkennung und faire Bezahlung von Care-Arbeit
  • Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich
  • Ausbau und öffentliche Finanzierung von Betreuungs- und Pflegeangeboten
  • Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit
  • Stärkung der sozialen Sicherheit und Renten für alle
  • Femizid und Incel-attentate müssen in der Statistik berücksichtig werden
  • Es muss einen Lehrstuhl für Gendermedizin in Basel geben

Offen für alle, die sich von mindestens einer unserer Forderungen angesprochen fühlen.
Cis Männer zeigen sich solidarisch, indem sie sich im Hintergrund halten und Care-Arbeit in ihrem Umfeld übernehmen oder sich am Stand am Petersplatz melden.

Mt Gebärdensprachdolmetscherin in DSGS.

Bewilligte Demo.

Sonstige Veranstaltungen:

Spendenaufruf für unseren Soundwagen

Damit unsere Stimmen laut und unüberhörbar sind, brauchen wir eure Unterstützung: Wir sammeln Geld für den Bau eines kleinen Soundwagens für Demos! Um einen kleinen aber lauten Wagen zu bauen entstehen natürlich Kosten für Anhänger, Baumaterial, Anlage, Mikrofon weswegen wir ca 1000CHF sammeln um dies zu ermöglichen. Unterstütze uns mit deiner Spende und teile den Aufruf um gemeinsam laut auf den Straßen Basels zu sein!

Spendenkonto
Frauenstreik /Feministischer Streik Basel| Basel
Konto-Nr 15-200577-6
IBAN: CH52 0900 0000 1520 0577 6
BIC POFICHBEXXX

Aufruf zum Care Streik 2027

Care-Arbeit bedeutet Sorgearbeit. Wir alle leisten sie. In der Lohnarbeit oder auch im privaten Care-Arbeit bedeutet Sorgearbeit. Wir alle leisten sie. In der Lohnarbeit oder auch im privaten Umfeld: zum Beispiel Kinder aufziehen, sich um pflegebedürftige Menschen kümmern, oder ein offenes Ohr für befreundete Personen haben. Care-Arbeit orientiert sich an den mensch- lichen Bedürfnissen und erhält das körperliche, intellektuelle und emotionale Wohl der Men- schen und somit alle unsere Lebensgrundlagen. Care-Arbeit stellt die Grundlage für das Funk- tionieren unserer Gesellschaft dar. Care-Arbeit wird im patriarchalen System als “weiblich” gesehen und dadurch abgewertet. Sie wird schlechter bezahlt und bekommt weniger Anerken- nung, obwohl sie wichtig ist und gelernt werden muss. Diese sogenannte feminisierte Arbeit wird zu einem Grossteil von Frauen, Lesben, inter, non-binären, trans und agender Personen (FLINTA Personen), aber auch Migrant*innen und anderen benachteiligten Gruppen geleistet. Dieses System funktioniert nur noch, weil (mehrfach) diskriminierte Menschen die Care-Arbeit ohne Anerkennung leisten.

Care-Arbeit betrifft uns alle, denn alle Menschen sind abhängig von Care! Dies wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Im Gegenteil: Prognosen zeigen, dass die Gesellschaft durchschnitt- lich älter wird und dadurch die benötigte Care-Arbeit zunehmen wird. Auch die durch die Klima- erwärmung ansteigenden humanitären Katastrophen werden mehr Care-Arbeit erfordern. Doch anstatt diese Arbeit als gesellschaftserhaltend anzuerkennen, basiert das kapitalistische System auf der Ausbeutung dieser Care-Arbeit durch schlechte Bezahlung, wenig Wertschät- zung, und schlechte Arbeitsbedingungen. Auch die parlamentarische Politik unterlässt es, angemessen auf den Notstand in der Care-Arbeit zu reagieren. Gerade wieder wurde unter demDeckmantelder“Sparmassnahmen”dievom StimmvolksoklarangenommenePflege- initiative entkräftet. Und noch schlimmer: Mit dem „Entlastungspaket 27“ könnten die Aus- gaben im Sozialen noch einmal massiv gekürzt werden. Noch weniger Ressourcen in der Bil- dung und Gesundheitsversorgung bedeuten den endgültigen Kollaps der bezahlten Care-Arbeit. Anstatt dass in funktionierende Sorgestrukturen investiert wird, werden Millionen von Franken in die Aufrüstung bzw. Rüstungsindustrie gesteckt. Die Bürgerlichen wollen uns so Sicherheit versprechen. Doch ihre Sicherheit meint Abschottung, Aufrüstung und Gefäng- nisse – den Schutz vor einem äusseren Feind. Strukturelle Gewalt und prekäre Lebensbedin- gungen bleiben dabei unangetastet. Unser Sicherheitsverständnis ist ein anderes: Es basiert auf Solidarität, Fürsorge und Selbstbestimmung. Sicherheit entsteht durch gute Lebensbe- dingungen – ohne Armut, mit einer guten Gesundheitsversorgung, guter Kinderbetreuung und Zeit füreinander. Für uns bedeutet Sicherheit: Ressourcen für Care-Arbeit. Denn Care-Arbeit sichert Leben.

Doch das ist nur ein Ausdruck des zugrunde liegenden Problems: Care funktioniert nicht in der kapitalistischen Logik. Im Versuch, diese Arbeit effizienter zu machen, werden die Arbeits- bedingungen unvermeidbar prekärer. Die Care-Arbeitenden stehen immer stärker unter Stress und können die Arbeit nicht mehr in der gleichen Qualität ausführen. Care-Arbeit kann kaum optimiert werden, sie muss von Menschen geleistet werden und braucht Zeit. Trotzdem braucht der Kapitalismus die Care-Arbeit, um zu existieren, und zwar möglichst günstig, bis unbezahlt. Dass unsere Ökonomie die Care-Arbeit komplett ausser Acht lässt, ist einer der zentralen Gründe, warum der Kapitalismus zum Scheitern verurteilt ist und kollabieren wird. Unsere Ge- sellschaft kann nur nachhaltig funktionieren, wenn wir in einer Wirtschaftsform leben, in der Care zentral ist, und die den Bedürfnissen der Menschen dient, anstatt Profit über das Leben zu stellen.

So kann es nicht mehr weitergehen. Damit die Care-Arbeit endlich gehört und gesehen wird, und ihren Platz im Zentrum der Gesellschaft einnehmen kann, muss sie stillstehen. Am 14. Juni 2027 streiken wir. Und zwar in allen Care-Bereichen: bezahlt & unbezahlt, Zuhause, in der Ge- sundheitsversorgung, in Schulen, in Kitas, Kindergärten oder schulergänzenden Betreuung, in der Reinigung, in der Sexarbeit, in Wohn- und Pflegezentren, Unterkünften und allen anderen Orten. Denn nur so wird endlich klar: Ohne Care-Arbeit geht gar nichts!

Nationalrat bewilligt Gelder für den Schutz von Frauen und genderqueeren Personen

Wer kümmert sich, um die die sich kümmern

Letzte Woche standen wir noch fassungslos vor einem Entscheid, der unser Leben weniger wert schien als Schafe und Wein. Heute zeigt sich: Gemeinsamer Druck wirkt. Der Nationalrat hat seinen skandalösen Beschluss korrigiert und die dringend benötigten Gelder zur Bekämpfung von Gewalt an Frauen und genderqueeren Menschen doch noch gesprochen.

500’000 Menschen haben in kürzester Zeit klar gemacht, dass wir nicht bereit sind, Feminizide, häusliche Gewalt und politische Ignoranz weiter hinzunehmen. Dieser Erfolg gehört all jenen, die unterschrieben, geteilt, laut geworden sind. Er zeigt, dass es unsere Stimmen sind, die Bewegung schaffen.

Aber feiern können wir trotzdem nicht. Dieses Jahr wurden bereits 27 Frauen in der Schweiz ermordet. Zehntausende erleben Gewalt in den eigenen vier Wänden. Die Schweiz tut nach wie vor viel zu wenig, um uns wirksam zu schützen. Was wir gestern erreicht haben, ist kein Schlussstrich sondern ein Anfang.

Wir fordern: echte Prioritäten, verbindliche Massnahmen, ausreichende Mittel und politischen Willen. Gewalt an Frauen und genderqueeren Menschen ist kein Randproblem. Es ist eine Frage von Leben und Tod.

Wir bleiben dran. Wir bleiben laut. Und wir lassen nicht zu, dass unsere Sicherheit je wieder zur Verhandlungsmasse wird. Schliesse dich uns oder anderen (queer)feministischen Gruppen an, um gemeinsam für eine Zukunft zu kämpfen.

Appell unterzeichnen: Jetzt Leben von Frauen und genderqueeren Menschen retten!

Gestern Abend hat der Nationalrat mit dem Stichentscheid des SVP-Präsidenten die Gelder zur Bekämpfung von Gewalt an Frauen und genderqueeren Menschen abgelehnt obwohl es dieses Jahr bereits 27 Feminizide gab. Wir sind wütend denn unser Leben ist dem Nationalrat offenbar weniger wert als der Weinbau. Während Millionen für den Schutz von Schafen gesprochen werden, werden die 2,5 Millionen für den Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt gestrichen. Einmal mehr zeigt sich, dass den Bürgerlichen Eigentum wichtiger ist als unser Leben. Uns bleiben weniger als 24 Stunden, um diesen Entscheid im Ständerat zu kippen. Unterschreibe jetzt den Appell an den Ständerat und rette damit das Leben von Frauen und genderqueeren Personen.