FEMINIST FUTURES

7.-8. März 2020
Kaserne Basel & KLARA
Wir kämpfen für das feministische Morgen!

Anlässlich des internationalen Frauenkampftages organisieren der feministische Streik Basel, das Kollektiv 8*März und weitere Akteur*innen in Kooperation mit der Kaserne Basel das Wochenende FEMINIST FUTURES.

In Workshops und Gesprächen geht es um gerechte und nachhaltige Lebens- und Arbeitsbedingungen, Diskussionen um Solidarität und Freiheit, und Forderungen nach Selbstbestimmung für Frauen und queere Menschen.

Alle Anlässe sind kostenlos und möglichst barrierefrei. Zudem gibt es Flüsterübersetzungen, Kinderbetreuung und eine Awareness-Struktur. Zusammen mit den Besucher*innen wollen wir einen diskriminierungsarmen und fehlerfreundlichen Begegnungsraum schaffen.

Das Programm in Kürze als PDF:

SAMSTAG, 7. MÄRZ

Auftakt: Austausch beim gemeinsamen Mittagessen

11:30-14:00 Uhr, Kaserne, Rossstall 2

Einführungskurs DJ*ing mit SASA und KimBo

in Kooperation mit Fem*Fest

14:00-17:00 Uhr, Kaserne, Rossstall 1

Du wolltest schon immer mal wissen, wie es sich anfühlt hinter einem DJ Pult zu stehen? In dieser Einführung bekommst Du die Möglichkeit! Wir geben Dir eine kurze Erklärung, was die Technik angeht sowie eine Übersicht über die Möglichkeiten aufzulegen. Natürlich kannst Du das dann auch gleich an den Plattenspielern ausprobieren. 

Vorkenntnisse sind keine nötig! Offen für alle Geschlechter. Anmeldung unter . Rollstuhlgängig. Gegendertes WC.

Werkstatt feministische Utopien

14:00-15:45 Uhr, KLARA, Probebühne

Ermutigung zu utopischem Denken, Fühlen und Handeln: Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt!

Neue Utopien braucht das Land! In unseren Workshops wollen wir mit Malen, Spielen, Performance und Videos gemeinsam unseren Visionen für eine feministische Zukunft entwerfen und experimentieren. Denn wenn wir spielerisch und träumerisch üben, was wir für die Zukunft wollen, schaffen wir schon im Jetzt ein kleines Stück neue Wirklichkeit.

“Die Idee der Freiheit aus feministischer Sicht”
Vortrag von Katrin Meyer

17:00-18:00 Uhr, Kaserne, Rossstall 2

Kann Freiheit als ganz individuelles Ziel gedacht werden? Liegt sie nicht mehr in handelnder Befreiung und Beziehung? Überlegungen der Philosophin Katrin Meyer

Vulva Visibility Workshop

*****dieser Workshop ist abgesagt*****

16:00-18:00 Uhr, Kaserne, Vermittlungszimmer, (Raum nicht barrierefrei)

offen für alle, die ihre Vulva (trans, inter oder cis) sichtbar machen wollen

Zu Kaffee und Kuchen oder Wein wollen wir über Vulva und Klitoris sprechen und sie anschliessend sichtbar machen – im wortwörtlichen Sinn. Du hast die Möglichkeit, einen Gipsabdruck deiner eigenen Vulva herzustellen. Teilnehmen dürfen alle, die ihre Vulva (trans, inter oder cis) sichtbar machen möchten. Bitte meldet euch unter an, da die Teilnehmer*innenzahl auf 12 Personen beschränkt ist.

Lea Dora und Rahel

Tanz-Protest

mit der Choreographin Livia Kern

16:15-18:15 Uhr, KLARA, Probebühne

Crashkurs für alle, die am 8. März gemeinsam einen Tanz-Protest auf die Strasse bringen wollen.

CARE-Manifest

Performance und Diskussion mit der Züricher Manifest-Gruppe des Feministischen Leseseminars

18:15-20:00 Uhr, KLARA, Probebühne, Treffpunkt: Claraplatz 

Die Zürcher Manifest-Gruppe präsentiert ihre Forderungen als Performance: Wir wollen keine Kosten senken – CARE ist kostbar! Wir wehren uns gegen die Massregelung unserer Berufe und wir fordern den Abzug des Managements aus dem CARE-Sektor! Mit anschliessender Diskussion mit den Performerinnen zu ihren Anliegen, Vorgehensweisen und Forderungen.

Premiere: Die Zufügung / Über das Altern und den Tod hinaus
Stück von Corinne Maier

19:00 Uhr, Kaserne, Reithalle
Infos und Tickets gibt’s hier.

“If I can’t dance, it’s not my revolution!”

Emma Goldman

********die Party ist abgesagt********

Party mit DJ*anes und Tattoostand von #tintenmonster tattoo

Senhora Das Vitrolas (Afro), Ka-raba (Electro), Purple Schimmel (Down Tempo)

22:00-03:00 Uhr, Kaserne, Rossstall 2

Mit DJ Senhora Das Vitrolas, Ka-raba, Purple Schimmel

Tintenmonster arbeitet im All-Female*-Space 80//106 in Freiburg. Keine Böcke auf mackeriges Tattoostudio? Anja möchte euch in einem Rahmen frei von Bodyshaming, Rassismus, Homo- und Transphobie ein entspanntes und empowerndes Tattooerlebnis bereiten. Die Entwürfe, die auf der Party gegen Solispende tätowiert werden, könnt ihr euch im Voraus online angucken oder direkt vor Ort aussuchen. #tintenmonstertattoo

>>>>> Kinderbetreuung <<<<<<

Am Samstag und Sonntag gibt es jeweils eine Kinderbetreuung, die von solidarischen Männern* betreut wird. Am Samstag findet diese von 13:45 Uhr bis 18:45 Uhr statt. Ort: RANK, Kasernenstrasse 34 (Name Zwischennutzung Ausstellungsraum Klingental)

Bücherstand

ab 11:30 Uhr, Kaserne, Foyer
Neue und alte Bücher rund um Feminismus für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

SONNTAG, 8. MÄRZ

Podiumsdiskussion: Migration und Partizipation

12:00-14:00 Uhr, Kaserne, Rossstall 2

Podiumsdiskussion über Migration, die die Situation der Migrant*innen auf dem Arbeitsmarkt in der Schweiz und Frauenproblematik der Sans Papier einbezieht. Nach einer Einführung eine Diskussion wie wir die Partizipation der Migrantinnen erhöhen können in politischen sowie in sozialen Belangen.

Sex & Love: Der Therapie-Quickie
mit Melina Dobroka, Sexologin und Sexualpädagogin und Vanessa Brun, Psychologin und Sexual- und Paarberaterin
12:00-14:00 Uhr, Kaserne, Vermittlungszimmer (Raum nicht barrierefrei)

Du hast ein Anliegen zu Körper, Sexualität oder Liebe? Wir haben 15 Minuten Zeit, feuchtfröhliche Tipps für dich, mischen abgedroschene  Lifestyle-Magazin-Ratschläge auf und eröffnen dir möglicherweise neue Sichtweisen aufs Leben und Beziehung(en)! Natürlich werden alle Fragestellungen vertraulich und unter Schweigepflicht behandelt.

Bastelrunde NON-NORM-KON-FORM

12:00-14:00 Uhr, KLARA, Probebühne

In einer offenen Bastelrunde formen wir Geni(t)ales und Lustvolles aus Modelliermasse – und wer will, macht Broschen daraus! Wir wollen die Vielfalt von trans, inter* und cis Menschen begrüssen und erhoffen uns einen offenen, schamfreien Austausch in entspannter Atmosphäre.

Klimastreik und feministischer Streik: Formen solidarischer Zusammenarbeit

14:15-16:15 Uhr, Kaserne, Rossstall 2 

von Lisi Kalera und Tonja

Die ökologische und die feministische Bewegung wurden im letzten Jahr unüberhörbar. Welche Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Bewegungen gibt es und welche Möglichkeiten haben wir konkret, um uns gegenseitig zu stärken? Wir diskutieren über Ideen des gemeinsamen Engagements, zum Beispiel am 15. Mai (Strike for Future) oder am 14. Juni (Frauen*streiktag).

Altersvorsorge für Migrant*innen

Infoveranstaltung und Beratung

14:15-16:15 Uhr, Kaserne, Vermittlungszimmer (Raum nicht barrierefrei)

Diese Veranstaltung richtet sich speziell an Migrant*innen, die mehr darüber erfahren möchten, wie sie sich im Alter finanziell absichern können. Dazu werden zwei Expertinnen kurz die AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung und das BVG (Berufliches Vorsorgegesetz) vorstellen. Danach haben Interessierte in einem Speeddating (einer Schnellberatung) jeweils 15 Minuten Zeit einer Fachfrau ihre konkreten Fragen zur Altersvorsorge zu stellen.

Moderation: Klara Stracuk, Mitglied SP Frauen*/SP Migrant*innen

Expert*innen und Berater*innen:

  • Sarah Wyss SP Grossrätin und Präsidentin der Gesundheits- und Sozialkommission
  • Dr. phil. Susy Greuter Sozialanthropologin
  • Dr. phil. Amina Trevisan Soziologin und Ethnologin, Expertin für Migration – Gesundheit – Chancengleichheit
  • Katrin Zehnder, Gerichtspräsidentin Basel-Stadt

Übersetzung: Die Beraterinnen sprechen auch Französisch, Englisch, Italienisch und Spanisch. Weitere Übersetzungen sind in Abklärung. 

Argumentieren gegen Bullshit

14:15-16:15 Uhr, KLARA, Probebühne

von Leonie Hunter und Franca Schaad

Ob am vielbeschworenen Stammtisch, im mittel- bis gar nicht so dunkeln Internetz, beim Bewerbungsgespräch, zu Nonnos Geburtstag oder im Grossraumwagen der SBB – wir räumen mit Weiblichkeitsmythen und sexistischen Vorurteilen auf! Gemeinsam erarbeiten wir unterschiedliche rhetorische Strategien, mit denen der selbstgerechte Blödsinn, der unseren Alltag nach wie vor durchzieht, zielsicher und effizient als das entlarvt werden kann, was er wirklich ist: Überkommener Bullshit.

Praktische Übungen, Strategien und Konter für Sexismus-Betroffene und UnterstützerInnen.

Open Space
11:00-16:30 Uhr, Kaserne, Foyer

Bücherstand & Workshop mit Andrina (11)

11:00-16:30 Uhr, Kaserne, Foyer

Workshop Bilderbücher von stereotypen Geschlechterrollen befreien um 11:00 & 14:00 Uhr

Neue und alte Bücher rund um Feminismus für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.  Personen, die am Workshop teilnehmen, bringen bitte ein Buch mit für den Check.

Männer* ins Laufgitter!

12:00-16:00 Uhr, RANK, Kasernenstrasse 34 (Name Zwischennutzung Ausstellungsraum Klingental)

Von Marcel Schwald und Jonas Gillmann

Für alle Boyfriends, die schon lange versprochen haben, sich mit ihrem Mannsein* auseinanderzusetzen; für alle selbstständig klar kommenden Männer* auf Suche nach Austausch: im Laufgitter für Männer* kommen im kleinen Kreis oder unter vier Augen Themen zur Sprache wie toxische Männlichkeit*, Männlichkeit* in Beziehungen, Umgang mit Gewalt, männliche* Privilegien oder eigene Sozialisierungserfahrungen in einem patriarchalen System. Offen für alle Geschlechter!


Frauen*streik! Ein Spaziergang zu Frauen*protesten in Basel

in Kooperation mit dem Frauenstadtrundgang Basel
11:00-12:00 Uhr, Treffpunkt: Hauptpost, Rüdengasse 1

>>>>>> Kinderbetreuung <<<<<<

Am Samstag und Sonntag gibt es jeweils eine Kinderbetreuung, die von solidarischen Männern* betreut wird. Am Sonntag findet diese von 11:00 Uhr bis 16:45 Uhr statt. Ort: RANK, Kasernenstrasse 34 (Name Zwischennutzung Ausstellungsraum Klingental)

Wie weiter nach dem 8. März? Unser nächstes offenes Treffen findet am 8. April, um 18.00-20.00 Uhr statt (Ort wird bald bekannt gegeben, für Infos meldest du dich bei ).

Über ”Feminist Futures” – Eine Selbstverortung und -kritik

Das Wochenende “Feminist Futures” ist in den letzten zwei Monaten während drei offenen Treffen, koordiniert durch ein Organisationskomitee und einen OK-Beirat entstanden. Im Januar haben wir nach einem ersten, offenen Brainstorming dazu aufgerufen, Beiträge in Form von Workshops, Vorträgen und anderen Formaten einzureichen.

Das Resultat dieses Aufrufes ist ein Programm, das verschiedene Perspektiven auf Feminismen von gestern, heute und morgen eröffnet. Zusätzlich haben wir uns in Zusammenarbeit mit der Kaserne Basel bemüht, für das Wochenende des 7./8. März einen möglichst diskrminierungsarmen und fehlerfreundlichen Begegnungsraum zu schaffen.

In der Vorbereitung von “Feminist Futures” ist uns Einiges gelungen, was uns freudig stimmt, aber auch Vieles entgangen, was uns nachdenklich macht.

Unser OK besteht mehrheitlich aus weissen, zum Teil queeren, Cis-Frauen (“cis” bedeutet, dass das bei Geburt zugewiesene Geschlecht mit der selbst empfundenen Geschlechtsidentität übereinstimmt). Deswegen fehlen –  unter anderem – organisationell wie inhaltlich – die Stimmen von Trans*Personen und Feminist*innen of colour / BiPOCs („trans*“ bedeutet, dass das bei Geburt zugewiesene Geschlecht nicht mit der eigenen Geschlechtsidentität übereinstimmt. „BiPOC” ist eine Abkürzung, die für “Black, indigenous, people/persons of colour” steht). Wir haben gelernt, dass ein offener Aufruf zur Partizipation innerhalb eines Raums wie der Kaserne aus verschiedenen Gründen nicht ausreichend ist, um die Vielstimmigkeit der Feminismen Basels und ihrer Vertreter*innen sichtbar zu machen. 

Gleichzeitig sind wir auch dankbar und begeistert, dass so viele Menschen sich innerhalb der kurzen Zeit von Januar bis März bereit erklärt haben, Teil des Wochenendes zu werden. Denn ohne sie, ihren Veränderungswillen und ihre Bereitschaft, gäbe es “Feminist Futures” nicht.

Unser Ziel für die Zukunft bleibt nichtsdestotrotz, weiter zu denken und unsere aktivistische Praxis achtsam und kritisch zu analysieren. Denn neben den gegebenen Strukturen, in denen wir uns bewegen, geht es auch um unsere eigenen – teils unhinterfragten – Haltungen, Ansichten und Privilegien. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, diese jetzt und zukünftig in Bezug auf Rassismus und Trans*feindlichkeit, aber auch andere Formen von Diskriminierung kritisch zu hinterfragen. Wir möchten deswegen im Wochenende vom 7./8. März auch einen Startpunkt für Auseinandersetzungen, Diskussionen und Selbstreflexion sehen. Ein möglicher Raum dafür wird das vorgesehene gemeinsame Eröffnungsessen am Samstagmittag sein.

Wir sind offen für eure Kritik, Rückmeldungen, Gedanken und Ideen. Die Idee für diesen Text ist u.a. genau dadurch entstanden, weil sich Aktivist*innen bei uns gemeldet haben, dafür danken wir ihnen. Eine wichtige Referenz war für uns zudem die “Selbstkritk” des queer-feministischen Pornographie-Festivals “Schamlos!”, das kürzlich in Bern stattgefunden hat. Danke für euer Verständnis, dass unsere Antworten – insbesondere auch in den letzten Tagen vor dem 7./8. März einige Tage in Anspruch nehmen.